Geschichte der Kulturgemeinschaft Sarstedt e. V.

 

Die Kulturgemeinschaft Sarstedt e. V. besteht bereits seit dem Jahr 1971. Sie wurde seinerzeit gegründet mit dem Ziel, die sog. „Eremitage“ zu retten, eines der ältesten Gebäude Sarstedts. Der letzte der beiden im Stil der Weserrenaissance errichteten Zwillingspavillons sollte auf Grund eines Beschlusses des Sarstedter Stadtrates abgerissen werden und das denkmalgeschützte Gebäude damit mit dem Segen der „Obrigkeit“ aus dem liebgewordenen Bild der Stadt Sarstedt verschwinden. Das Gebäude befand sich an der Steinstraße, dem ehemaligen Weichs’schen Hof, zuvor der Sarstedter Burg.

Um den Abriss zu verhindern, haben am 30. Juni 1971 20 Sarstedter einen Verein ins Leben gerufen, der außerdem auch zum Ziel hatte, das kulturelle Leben der Stadt Sarstedt durch Veranstaltungen auf den Gebieten Musik, Literatur, Theater, Kleinkunst und Bildende Kunst, durch Studienreisen, Internationale Beziehungen wie Städtefreundschaften und durch die Errichtung eines Heimatmuseums zu fördern.

Leider konnte das konkrete Ziel, die Rettung der „Eremitage“, nicht erreicht werden: wenige Tage nach der Vereinsgründung wurde das Gebäude trotzdem abgerissen.

Die ersten Aufbaujahre des Vereins waren hart und dornenreich; selbst Räumlichkeiten für Veranstaltungen zu bekommen, war so gut wie aussichtslos. Dennoch gab es im Herbst 1971 erste Aktivitäten, u. a. einen Vortrag zum Thema „Wie können Baudenkmäler und andere für Sarstedt typische Häuser geschützt und saniert werden?“.

Es wurde die erste Ausstellung „Kunst und Kunsthandwerk“ geplant, vorbereitet und im Januar 1974 durchgeführt; bereits im Dezember 1974 folgte die zweite Ausstellung. Bis heute findet diese Ausstellung jährlich statt. Ferner folgten die ersten Veranstaltungen unter dem Motto „Treffpunkt Musik“ mit Stücken aus Oper, Operette und Musical. Weitere Veranstaltungen schlossen sich an. In der Zeit seit Beginn der achtziger Jahre kamen zu den Veranstaltungen und Ausstellungen Aktivitäten im Rahmen der internationalen Beziehungen dazu.

Die Arbeiten für das Sarstedter Heimatmuseum waren so weit fortgeschritten, dass dieses am 30. September 1984 in den Räumen im Erdgeschoß der Weberstraße 20, einem unter Denkmalschutz stehenden Haus, eröffnet werden konnte. Das Heimatmuseum entwickelte sich in der Folge zu einer unverzichtbaren Einrichtung, da sich hier überwiegend Sarstedter Geschichte widerspiegelt. Die ständige Erweiterung der Exponate machte aber auch die Notwendigkeit eines neuen Domizils erforderlich, welches dank des Engagements des damaligen Bürgermeisters Walter Gleitz im ehemaligen Schulkindergarten, Vor der Kirche 5, gefunden wurde, nachdem zuvor auch viele andere Lösungen erarbeitet worden waren. Das alte Fachwerkhaus, in dem sich über Jahrzehnte für ungezählte Sarstedter Kinder der Kindergarten befand, wurde teilweise renoviert. Das Flachgebäude, in dem früher einmal die Berufsschule und später Klassen der Realschule untergebracht waren, wurde den Bedürfnissen eines Museums und Veranstaltungszentrums entsprechend umgebaut. Zwischen beiden Baukörpern entstand ein Foyer, der heutige Eingang.

Der Umzug in das neue Domizil fand zum Jahreswechsel 1995/96 statt. Jetzt konnten auf einer großen Fläche, durch die Kulturgemeinschaft und Spender finanziert, verschiedene traditionelle Handwerke, z. B. eine Seilerwerkstatt und eine komplette Stellmacherei, ferner eine historische Apotheke und einzigartige umfangreiche Exponate aus der Geschichte der Sarstedter Voss-Werke, einer Fabrik für Öfen und Herde sowie Wäschereimaschinen, als ständige Ausstellung aufgebaut werden. Die Einweihung erfolgte im Januar 1999.

Seither hat es viele Veranstaltungen und Ausstellungen gegeben. Besonders beliebt sind in den Sommermonaten die Open Air Veranstaltungen unter den alten Eschen im Junkernhof.